Kreditklemme
Dass man meist nur einen Kredit bekommt, wenn man eine gute Bonität vorweisen kann, ist längst bekannt. Manchmal erhält man auch mit einer schlechten Bonität einen Kredit, zahlt dafür aber sehr hohe Zinsen. Wenn aber selbst eine gute Bonität und die Akzeptanz hoher Zinssätze nicht für einen Kredit ausreichen, spricht man von einer Kreditklemme.
Auch wenn viele diesen Begriff aus der jüngsten Finanzkrise kennen – er wurde von der Financial Times Deutschland bereits einige Jahre zuvor verwendet. Allerdings gibt es keine klare Definition für “Kreditklemme”. Meist spricht man jedoch davon, wenn die Banken weniger Kredite anbieten als erwartet. Ein sinkendes Kreditvolumen seitens der Kreidtanbieter kann verschiedene Ursachen haben:
- Die Bank ist nicht mehr so liquide und können weitere Kredite nicht refinanzieren.
- Das Kreditinstitut hat Verluste gemacht und dadurch weniger Eigenkapital zur Verfügung.
- Wertlose Kreditversicherungen erfordern den Einsatz von Eigenkapital.
- Die Bonitäten bei bereits gewährten Krediten sind nun schlechter und das Risiko für die Bank damit höher.
- Gesetze zwingen die Kreditinstitute direkt oder indirekt zu einer restriktiveren Kreditvergabe.
Natürlich kann es auch zu einer sinkenden Kreditnachfrage kommen, z. B. in folgenden Fällen:
- Die wirtschaftliche Lage lässt die Kreditnehmer vorsichtiger werden und geplante Investitionen werden verschoben.
- Potentielle Kreditnehmer brauchen einfach keine Kredite mehr, weil sie liquide sind.
- Die Kreditnehmer akzeptieren höhere Anforderungen an die Sicherheiten nicht, die vor allem dann gestellt werden, wenn die Konjunktur schwächelt.
- Potentielle Kreditnehmer erfüllen die Bonitätsanforderungen nicht.
Wenn die KreditNACHFRAGE sinkt, spricht man jedoch nicht von einer Kreditklemme. Diese gilt nur angebotsseitig. Auch wenn die Banken Kredite wegen schlechter Bonitäten oder fehlender Sicherheiten verwähren, ist das keine Kreditklemme. Eine Kreditklemme ist immer bankengesteuert, kann also auch nur von diesen behoben werden.